FODMAP und Reizmagen

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  Reizmagen – die gute Nachricht

Vielleicht tröstlich zu wissen: Inzwischen leidet jeder Siebte unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit und chronischen Verdauungsproblemen. Nur die wenigsten kennen die genauen Ursachen und/oder Auslöser ihrer Verdauungsbeschwerden. Experten gehen davon aus, dass die Symptomatik zunimmt, weil Nahrungsmitteln immer mehr Zucker, Zuckerersatzstoffe und Weizen zugesetzt werden.

 

Auch wenn Menschen mit einem bereits diagnostizierten Reizdarm Syndrom unter ihren Beschwerden teilweise erheblich leiden, die gute Nachricht ist: Ein Reizdarm ist nicht gefährlich, nicht lebensbedrohlich und verkürzt auch nicht die Lebenserwartung.

 

Das Reizdarm Syndrom ist keine organische Krankheit, sondern eine Funktionsstörung des Darms, eine somatoforme, funktionelle Störung zwischen vegetativem Nervensystem und der Darmmuskulatur.

 

Die Betroffenen leiden unter Darmbeschwerden, für die sich trotz gründlicher ärztlicher Untersuchungen keine körperliche Ursache findet. Früher wurde ein Reizdarm als psychisch bedingt angesehen – heute weiß man, dass viele Faktoren an seiner Entstehung beteiligt sein können.

 

Unter dem Begriff Reizdarm werden verschiedene Krankheitssymptome zusammengefasst, für die keine organischen oder biochemischen Veränderungen erkennbar sind.

 

Typische Reizdarm Symptome sind: immer wiederkehrende, brennende, stechende, krampfartige, wellenförmige, dumpf-drückende Bauchschmerzen, Blähungen, Druck- und Völlegefühl, Stuhlentleerungsstörung, Verstopfung mit hartem, schafskotartigem Stuhl weniger als dreimal die Woche und/oder sehr weiche bis flüssige Durchfälle mehr als dreimal am Tag mit dem Gefühl dennoch nicht komplett entleert zu sein.

 

Die Bauchschmerzen entstehen zum einen durch die gereizte Darmschleimhaut, andererseits durch die Dehnung der Darmwand aufgrund der vermehrten Gasbildung (Blähungen), auf die die Darmmuskulatur mit Kontraktionen reagieren kann. Hinzu kommt die psychische und seelische Belastung durch die Krankheit.

 

Wir raten zu eingehenden Untersuchungen durch einen erfahrenen Facharzt, um organische Ursachen auszuschliessen.

Dr Reichs Gesundheitstipp: Ingwer – ein altes Hausrezept bei Bauchweh, Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen.
Hausrezept bei Bauchweh, Völlegefühl und Blähungen: ca. 5 cm frischen Ingwer in Scheiben schneiden mit 1 Liter heißem Wasser aufgießen, nach 10 Minuten abseihen, tassenweise trinken.

Ein Reizdarm Syndrom nachzuweisen ist schwierig und langwierig, die Erkennung erfolgt durch so genannte Differentialdiagnostik. Beispielsweise Darm- und Magenspiegelung, Ultraschalluntersuchung, Blutuntersuchungen, Dünndarmbiopsie, Wasserstoffatemtest und eingehende Befragung zur Anamnese.

 

In Deutschland sind geschätzt 14 Millionen Menschen betroffen. Davon mehr Frauen als Männer. Bei vielen treten Beschwerden oft nur gelegentlich auf, zum Beispiel aufgrund von Stress oder ungewohnter Ernährung auf Reisen.

 

Circa 800.000 Betroffene leiden unter schweren Symptomen. Chronisch-stechende und/oder dumpfe Schmerzen, überlange Sitzungen auf dem WC, für Außenstehende deutlich sicht- und hörbare Blähungen haben berufliche wie private Isolation, oft auch sexuelle Probleme und Depressionen zur Folge.

 

Ein Teufelskreis – denn seelische Überbelastung, Stress und Ärger begünstigen den Reizdarm. Dem Botenstoff Serotonin wird hierbei eine Schlüsselrolle zugeschrieben, er ist zuständig für den reibungslosen Ablauf der Informationen zwischen Gehirn und Darmfunktion. Serotonin spielt nicht nur bei der Glücksgefühl-Vermittlung im Hirn eine Rolle, sondern ist auch für die Muskelbewegung im Darm und damit für eine gesunde Verdauung verantwortlich.

 

„Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl!“ – „Liebe geht durch den Magen“ – „Schmetterlinge im Bauch“ – „Stress schlägt auf den Magen“ – „Hunger macht schlechte Laune“ – das alles sind nicht nur Sprüche. Der Darm steuert unsere Emotionen.

 

Die richtige Ernährung spielt also eine große Rolle dabei, ob wir uns gut und rundum glücklich fühlen.

Reizmagen – die schlechte Nachricht

Das Reizdarm Syndrom ist keine gefährliche Erkrankung. Aber bei Betroffenen entsteht oft ein hoher Leidensdruck. Es kommt vor, dass Betroffene zum Beispiel gar keinen Arzt mehr aufsuchen. Weil sie erleben, dass ihr Problem nicht ausreichend ernst genommen wird.

 

Nach vielen sehr technischen Untersuchungen bekommen viele Patienten zwar mitgeteilt, was sie nicht haben. Oft wird aus den gesammelten Informationen aber nicht der Schluss gezogen, wie die Diagnose denn dann lauten könnte. Möglicherweise liegt das auch daran, dass es bisher nur wenig Fachärzte gibt, die sich auf diesem Feld sehr gut auskennen und alle erforderlichen therapeutischen Maßnahmen bündeln können. Oft sind die Patienten durch ihren oft jahrelangen Leidensdruck selbst viel informierter.

 

Ebenfalls sehr frustrierend: Arzt und Reizdarmpatient haben sich gemeinsam für eine Therapie entschieden, die die Beschwerden lindert, machen aber gemeinsam die Erfahrung, dass die vermeintliche Besserung kein Dauerzustand ist. Denn es gibt immer wieder Tage, in denen der Reizdarm kein “braver Patient” ist und sich mit Beschwerden zurückmeldet. Das Frustrierende für den behandelnden Arzt: Es gibt bis dato noch keine sicher wirksame Therapie. Auch Ärzte können diesen Zustand nur schwer akzeptieren. Das kann die Arzt-Patienten-Beziehung belasten. Patienten werden von Arzt zu Arzt geschickt und haben oft eine regelrechte Odyssee hinter sich.

 

Zusammengefasst: Ein Reizdarm kann den am Reizdarm Syndrom Leidenden in hohem Maße belasten. Physisch, psychisch, körperlich und seelisch. Für viele Ärzte ist eine Diagnose schwer zu stellen. Es gibt nur wenig Fachärzte auf diesem Gebiet.

 

Eine 100%-ige Heilung gibt es derzeit noch nicht. Es gibt keinen allgemeingültigen Behandlungsansatz. Es sind viele individuelle Maßnahmen nötig, um eine Besserung der Beschwerden zu erreichen.

 

8 von 10 vom Reizdarm Syndrom Betroffene können durch gezielte Maßnahmen wie das Low FODMAP Konzept ihre Symptome lindern. Manche erzielen sogar eine völlige Beschwerdefreiheit. Die Krankheitssymptome sind meist gut in den Griff zu bekommen. Auch zusätzliche Behandlungsverfahren wie z.B. eine Psychotherapie können die Symptomatik positiv beeinflussen. Da sich die Beschwerden oft durch Stress verschlechtern, können auch Entspannungsverfahren sinnvoll sein.

 

Die Ursachen des Reizdarm Syndroms sind nicht genau geklärt. Untersuchungen ergaben, dass bei vom Reizdarm Syndrom Betroffenen die Darmbewegungen gestört und die Darmschleimhaut für mechanische oder chemische Reizungen besonders empfindlich ist. Außerdem scheinen manche Reizdarm Betroffene eine erniedrigte Schmerzschwelle im Darm aufzuweisen und empfindlicher auf Schmerzen zu reagieren.

 

Entzündungen zerstören die sensible Balance im Darm und reizen das Darmnervensystem. Der Darm reagiert „gereizt“. Bestimmte Botenstoffe von Mastzellen und enterochromaffinen Zellen wirken auf die Darmnervenzellen direkt ein und rufen ihre Übersensibilisierung hervor. Dieser Prozess bringt die Wechselwirkungen zwischen Darmnervensystem und Darmschleimhaut durcheinander. Die irritierte Schleimhaut schüttet vermehrt neuroaktive Botenstoffe wie Serotonin, Histamin und Proteasen aus.

 

Auch psychische Faktoren wie Nervosität, Angst und Kummer wirken sich auf die Verdauung aus und können ein Reizdarm Syndrom begünstigen.

Dr Reichs Gesundheitstipp: Chiasamen, leicht verdaulich und wirken Darmbeschwerden entgegen
Leicht verdauliche und lösliche Ballaststoffe: Chiasamen. Mit ausreichend Flüssigkeit besitzen sie ein hervorragendes Quell- und Gleitvermögen und wirken Darmbeschwerden entgegen.

Bei einigen vom Reizdarm Syndrom Betroffenen treten die Beschwerden plötzlich und ohne vorherige Warnsignale auf. Oft geht eine Magen-Darminfektion voraus.

 

Viele hatten schon in der Kindheit Verdauungsstörungen. Auch psychosomatische Ursachen, seelisch sehr belastende Situationen wie zum Beispiel eine Trennung oder der Verlust der Arbeit scheinen eine Rolle zu spielen.

 

Da die Symptome eines Reizdarm Syndroms so vielfältig sind, müssen andere Erkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Divertikel, Darmpolypen, Gallensteine, Fettleber, Magenschleimhautentzündung, Malabsorption, Infektionen und andere Krankheiten durch einen erfahrenen Facharzt ausgeschlossen werden.

  FODMAP – die gute Nachricht

Eine FODMAP bewusste Ernährung scheint für die Mehrzahl der Betroffenen (konkret: für 8 von 10 Betroffenen) eine sehr erfolgreiche Methode zur Linderung der Symptome des Reizdarm Syndroms zu sein.

 

Neben Lebensmitteln, die bekanntermaßen das Verdauungssystem belasten können, wie z.B. Kohlgemüse, Bohnen, Zwiebeln und Knoblauch werden bei einer FODMAP bewussten Ernährung noch weitere Beschwerden auslösende Nahrungsmittel und Inhaltsstoffe berücksichtigt.

  FODMAP – was ist das?

FODMAP ist ein englisches Akronym und steht für

 

FODMAP ein englisches Akronym

 

FODMAPs sind Bestandteile vieler Nahrungsmittel und stehen vereinfacht gesagt für kurzkettige Kohlenhydrate und Zuckeralkohole, die aufgrund mangelnder Resorption im Dünndarm, im Dickdarm zu gären beginnen, Gase freisetzen und dadurch zu Blähungen und besonders bei vom Reizdarm Syndrom Betroffenen zu Beschwerden führen.

 

Je weniger FODMAPs verzehrt werden, umso weniger häufig und umso weniger stark sind die Verdauungsbeschwerden. Um sich FODMAP bewusst ernähren zu können, sollte man den FODMAP Gehalt von Nahrungsmitteln kennen.

 

Das Gastroenterologen Team um Professor Peter Gibson an der australischen Monash Universität gilt als Entdecker der Low FODMAP Diät und veröffentlicht regelmäßig auch per App aktualisierte Listen.

 

Bei manchen Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Kürbis, Brokkoli, Mais und Nüssen ist auch die Menge entscheidend, ob der FODMAP Gehalt als hoch oder niedrig einzustufen ist.

 

WICHTIG ist Ihre ganz persönliche Wohlfühlmenge, die Sie zum Beispiel mithilfe eines Ernährungstagesbuches finden, um beschwerdefrei zu sein und es auch zu bleiben.

 

Ziel ist es nicht dauerhaft FODMAP arm zu leben, sondern mit einer FODMAP bewussten Ernährung Verdauungsbeschwerden steuern und in den Griff bekommen zu können.

Dr Reichs Gesundheitstipp: Flohsamenschalen mit Schleimstoffen, die den Stuhl gleitfähig machen
Flohsamenschalen enthalten Schleimstoffe, die den Stuhl gleitfähig machen. Mit genügend Flüssigkeit eingenommen fördern sie Verdauung und Darmgesundheit und führen nicht zur Gewöhnung.

  FODMAP – die schlechte Nachricht

Eine placebokontrollierte Studie des renommierten King’s College in London belegt: Eine FODMAP-reduzierte Ernährung führt zu einer Besserung der Beschwerden. Eine völlige Beschwerdefreiheit kann nicht bei allen vom Reizdarm Syndrom Betroffenen erzielt werden. Statistisch gesehen ist eine FODMAP bewusste Ernährung bei 8 von 10 vom Reizdarm Syndrom Betroffenen erfolgreich.

 

Denn vollkommen unabhängig vom FODMAP Gehalt können weitere individuelle Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorliegen. Diese sind oft nur schwer zu erkennen, da einige Inhaltsstoffe der Nahrung erst zwei bis drei Tage nach ihrem Verzehr Verdauungsbeschwerden verursachen.

 

Prof. Dr. Annette Fritscher-Ravens entwickelte mit einem Team der Abteilung “Experimentelle Endoskopie” an der Universität in Kiel ein Verfahren, das endoskopisch Akutreaktionen des Darmgewebes sichtbar machen kann.

 

22 der 36 untersuchten Reizdarmpatienten zeigten innerhalb von wenigen Minuten eine Akutreaktion auf mindestens eine von fünf Testlösungen mit Kuhmilch, Soja, Hefe, Weizen und einem Placebo.

  Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität

Die sogenannte Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität  wird zum Forschungsgegenstand. Alleine der Begriff zeigt, wie unklar das Phänomen noch ist.

 

Der Gastroenterologe Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan an der Universität Mainz hat neben Gluten im Weizen noch weitere Proteine gefunden, die Auslöser für Unverträglichkeit sein könnten. Darunter Amylase-Trypsin-Inhibitoren. Diese ATIs werden sehr unvollständig bis gar nicht verdaut, erreichen so das Immunsystem im Dünndarm und erzeugen dadurch eine mäßiggradige Entzündung.

 

Nicht nur FODMAPs, Gluten oder ATIs, sondern auch die Art und Weise der Zubereitung zum Beispiel bei Brot ist mitentscheidend für seine Verträglichkeit. Eine Studie der Universität Hohenheim kam zu dem Ergebnis.

 

Wenn Weizenteige längere Ruhezeiten haben, bevor sie weiter verarbeitet werden, kommt es zu natürlichen Gärungsprozessen, und Enzyme bauen Mehlbestandteile um. Bei all diesen enzymatischen Prozessen oder auch Gärprozessen findet quasi eine Vorverdauung statt. Dadurch kann der Körper diese Inhaltsstoffe besser aufnehmen, besser verstoffwechseln und auch besser vertragen.

 

Warum also immer weiter noch schneller, noch maschinengerechter, noch effizienter, noch mehr, noch billigeres Brot produzieren?

 

Slow Baking, eine bewusst langsamere und althergebrachte Backweise hat schon vielen Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitiven weiter geholfen.

 

Ein zertifizierter Slow-Baker, muss seine Teige lange führen, darf nur selbst angesetzte Vor- und Sauerteige verwenden und muss auf chemische Backzusätze verzichten.

 

Kochen und essen wie zu Omas Zeiten, weniger, langsamer, dafür umso bewusster – könnte das die Lösung für die zunehmenden Unverträglichkeiten sein?

Dr Reichs Zitronen- und Gurkenscheiben mit Basilikum in Leitungswasser – unter dem Namen infused water ein Trendgetränk
Zuckerfrei, ohne chemische Zusätze, gesund, kalorienarm, günstig und sehr geschmackvoll: Leitungswasser mit Zitrone, Gurke, Basilikum. Unter dem Namen „infused water“ ein Trendgetränk.

 Dr. Reich´s Gesundheitstipps

  • Regelmäßiger, strukturierter Tagesablauf mit viel Bewegung, die den Darm mobilisiert und Stress abbaut, durch Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Walking, Yoga.

 

  • Langsam und in Ruhe essen. Faustgroße, bzw. tassengroße Portionen. Dazwischen genügend lange, aber nicht allzu lange Pausen, z.B. circa fünf bis sechs Stunden Pause zur Verdauung. Gerade bei Verdauungsstörungen sind Pausen besser als viele kleine Zwischenmahlzeiten.

 

  • Ausgewogen essen. Auch bei Ballaststoffen darauf achten, dass sie nicht verstopfen, sondern die Gleitfähigkeit des Stuhls erhöhen. Z.B. durch die Beigabe von Flohsamenschalen oder Chiasamen. Dabei die empfohlene Tagesdosis nie überschreiten und gleichzeitig genügend Flüssigkeit aufnehmen.

 

  • Reichlich trinken. Mindestens zwei Liter am Tag. Am besten Wasser oder Wasser aromatisiert mit ein paar frischen Scheiben Ingwer, Zitrone, Limone, Gurke oder frischen Pfefferminzblättern oder ein paar Spritzern Cranberry Muttersaft.

 

  • Ernährungstagebuch führen. Täglich aufschreiben, was man und wie viel man gegessen und getrunken hat. Festhalten, was Beschwerden verursacht hat. Auch schriftlich festhalten, was an dem Tag sonst noch passiert ist: Sport, Stress, Stuhlgang. Sich über die Zusammenhänge von allen Faktoren bewusst werden.

 

  • Realistisch bleiben. Nicht an viel zu hoch gesetzten Zielen scheitern. Akzeptieren, dass womöglich eine völlige Beschwerdefreiheit nicht erreicht werden kann und dies kein Versagen darstellt.